Pressebereich

Die Zusammenfassung

Die Gemeinschaftsstandards und Richtlinien von Facebook, die unter anderem der Reduzierung von Hassrede und dem Schutz der Nutzer dienen sollten, verfehlen oft diese Zwecke.

Es ist gut, dass Facebook – und andere soziale Netzwerke – Regeln in Form von »Gemeinschaftsstandards« oder »Policies« aufstellen, die das Zusammenleben auf den Plattformen gewissen Regeln unterwirft. Solange diese Regeln aber Rassismus, Homophobie und sprachliche oder visuelle Gewaltexzesse zulassen, greifen sie nicht dort, wo sie greifen müssten.

Die Details

Nur gut ein Drittel (37%) der 153 gemeldeten Beiträge von Facebook wurde aufgrund der Gemeinschaftsstandards gelöscht. Weitere 5% wurden von den Nutzern selbst oder aus anderen Gründen gelöscht. Bei jedem Einzelnen sind wir davon überzeugt, dass er Hatespeech (1) darstellt, und nicht auf Facebook sein sollte: die Posts sind rassistisch und gewaltverherrlichend, homophob und volksverhetzend, beleidigend und bedrohend.

(I) Hatespeech (dt. Hassrede) bezeichnet (oft strafrechtlich relevante) Äußerungen, die beleidigend, herabwürdigend oder diskriminierend an Personen oder Gruppen aufgrund von deren Eigenschaften oder Meinungen gerichtet sind. Das Ziel dahinter ist, dieser/n Person/en zu schaden, sie einzuschüchtern, zu provozieren, zu diffamieren, oder generell gegen sie aufzuhetzen.

nicht gelöscht 58%
nach Meldung gelöscht 37%
aus anderen Gründen gelöscht 5%

Wir haben versucht auszuschließen, dass unsere Meldungen – zum Beispiel wegen eines möglichen systematischen Fehlers – grundsätzlich häufig negativ beschieden werden.

Die gemeldeten Beiträge weisen deshalb, abseits ihres verurteilenswertens und teilweise strafrechtlich relevanten Inhalts, nur wenige Gemeinsamkeiten auf: es handelt sich um Texte, Bilder und Videos aus unterschiedlichen Quellen wie dem Newsfeed sowie öffentlichen und geschlossenen Gruppen.

Außerdem haben wir die Meldungen verteilt über mehrere Tage, zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten, eingereicht, und gehen deshalb davon aus, dass sie von zahlreichen verschiedenen Menschen aus Facebooks rund 7.500 Personen starken Review-Team (Stand: 24.04.2018; Quelle) überprüft wurden.

Die vollständige Liste der nicht gelöschten Beiträge ist hier abrufbar: Meldeliste.

Das Melden von Inhalten an die Plattformen führt nach unserem Kenntnisstand nicht zu juristischen Konsequenzen für die Ersteller der gemeldeten Beiträgen (unabhängig davon, ob der Inhalt gelöscht wird, oder nicht), da die Betreiber im Bereich des Hatespeechs nicht proaktiv juristisch tätig werden.

Um langfristiger und nachhaltiger einen Impuls zu setzen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, haben Nutzer daher die Möglichkeit, Vorfälle – zum Beispiel Hasskommentare, rassistische Übergriffe, Beleidigungen oder Drohungen – über unsere Meldeplattform hassmelden.de an uns melden. Meldungen, deren Inhalte vermutlich strafrechtlich relevant sind, werden zusammen mit dem Demokratiezentrum Baden-Württemberg geprüft und gegebenenfalls zur Anzeige gebracht.

Dadurch können Nutzer einfach und sehr sicher, zum Beispiel ohne Bedenken zu haben, dass ihre persönlichen Daten im Rahmen eines Strafverfahrens in die Hände des Beitragsverfassers gelangen, Inhalte melden und mittelbar zur Anzeige bringen.

Dabei hilft jede Meldung eines verurteilenswerten Beitrags als couragiertes, gesellschaftliches Zeichen von Menschlichkeit und Demokratie!

Die Kontaktmöglichkeit

Interessierten Pressevertreterinnen und -vertretern bieten wir die Möglichkeit, uns so zu erreichen:

Pressekontakt
Pressemappe (.zip)
Hochauflösende Fotos (.zip)

Die Fotografien können unbearbeitet und unter Nennung unseres Namens (»Reconquista Internet«) und der Aktion (»Standardcheck«) sowie dieser Website (»https://standardcheck.de/«) frei verwendet werden.